Dialogo è accettare l'altro come è e come egli stesso si definisce e si presenta a noi, di non cessare di essere se stessi mentre ci si confronta con il diverso, di essere consapevoli che la nostra identità esce arricchita e non sminuita da chi di questa identità non accetta alcuni elementi, magari anche quelli che noi riteniamo fondamentali. La riconciliazione è possibile, tra i cristiani e nella compagnia degli uomini. (Enzo Bianchi, priore della Comunità di Bose)


Europa trifft China: Es ist die Geschichte der mutigsten Männer ihrer Zeit

Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich und Symposium

China wird heute als Gigant des Welthandels wahr­genommen, als scheinbar übermächtiger Konkurrent, und doch als großer Unbekannter. China, die Wirtschafts macht im Fernen Osten, ist im Wirtschafts­leben des Westens allgegen wärtig. In der Ausstellung 'Europa trifft China - China trifft Europa' sollen die Ursprünge europäisch-chinesischer Beziehungen sichtbar werden. "Die Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich stellt das Wirken der Jesuiten in China vom 16. bis 18. Jahrundert im Hinblick auf den wissenschaftlichen Austausch dar", erklärte Dr. Paul Widmer gegenüber ZENIT. Die Ausstellung dauert noch bis am 3. Juli.

Gezeigt wird der Lebensweg von Gelehrten und Wissen­schaftlern, die im 17. und 18. Jahrhundert als Missionare den bis dato fremden Kontinent bereisten, die dank ihrer Kenntnisse bis zum chinesischen Kaiser vordrangen und die im Gegenzug chinesisches Wissen und chinesische Produkte nach Europa brachten.

"Gleichzeitig findet am 14. und 15. Juni, d.h. nächste Woche ein Internationales Symposium zu diesem Thema statt, wo wir beste Experten zu diesem Thema aus aller Welt auch aus China eingeladen haben", so Widmer. Einer der führenden Köpfe auf diesem Gebiet, Prof. Dr. Benjamin Elman von der Princeton University, wird in seinem Eingangsreferat über das Thema: "Rethinking the Macartney Mission of 1793 in Light of the Limits of the Jesuit Mission in China" sprechen". (Vgl. Programm: http://www.bodensee-institut.ch/ausstellung-etcte/symposium)

Es ist die Geschichte der mutigsten Männer ihrer Zeit. Sie waren Männer der Geistlichkeit und des Geistes. Vor über 400 Jahren waren Jesuiten die ersten Europäer, die an den chinesischen Kaiserhof vordrangen. Im Gepäck hatten sie nicht das Schwert des Kolonialherren, sondern die Erkenntnisse der Wissenschaft.

Sie kamen aus Italien und Portugal, aus Deutschland, Frankreich und aus der Schweiz. Sie waren bereit, eine jahrelange Seereise auf sich zu nehmen und scheuten nicht vor den Gefahren des Landwegs innerhalb von China zurück. Sie lernten eine Sprache, die ihrer eigenen in nichts ähnlich war, und sie passten sich an Lebensgewohnheiten an, die sie zu Beginn nicht verstehen konnten. Wie fremd der Ferne Osten einem Menschen des 16. und 17. Jahrhunderts sein mochte, kann heute kaum noch ermessen werden.Dennoch haben sie den Schritt getan. 1583 reiste der italienische Jesuitenpater Matteo Ricci nach China. Der Geistliche hatte Bücher im Gepäck: Nicht nur die Bibel, sondern auch 'Die Elemente' von Euklid und den Weltatlas des Abraham Ortelius.

Dieses Buch war Basis der wissenschaftlichen Zusammenarbeit von Chinesen und Europäern. Ricci baute eine einzigartige Brücke zwischen den Welten, eine Brücke, die über Jahrhunderte Bestand haben sollte. In seiner Folge reiste der aus Bingen in Schwaben stammende Johannes Schreck in den Fernen Osten, um dort zusammen mit chinesischen Gelehrten Bücher über Anatomie, Astronomie, Mathematik und Maschinenbau zu schreiben.

Er war nicht der Einzige: Karriere beim Himmelssohn machte auch Johann Adam Schall von Bell, der als Direktor des astronomischen Amtes zum Berater und Freund des Kaisers avancierte und 1658 zum Mandarin erster Klasse ehrenhalber ernannt wurde. In China tätig waren der Kartograph Martino Martini, der den »Novus Atlas sinensis« mit der ersten wissenschaftlichen Landeskunde Chinas verfasste oder der Pole Michael Boym, Autor der 'Clavis Medica' - eine Beschreibung der chinesischen Medizin. Das alte Observatorium des Flamen Ferdinand Verbiest (1676) ist bis heute eine Sehenswürdigkeit in Beijing.

Der Reichsatlas französischer Missionare im Dienst des Kaisers Kang-xi (seit 1708) gilt als Höhepunkt jesuitischer Kartographie. Der Schweizer Franz Stadlin brachte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Uhrmacherkunst in die Verbotene Stadt und der Maler Giuseppe Castiglione prägte ein halbes Jahrhundert lang die Kunst am Kaiserhof.

Sie alle werden bis heute in China hoch geschätzt. Der Zhalan-Friedhof der Missionare in Beijing gehört zu den staatlich geschützten Kulturdenkmälern der Volksrepublik. 63 Grabstelen zeugen in der schattigen Parkanlage vom Wirken der Geistlichen.Mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse gelang es den Patres, bis in führende chinesische Staatsämter vorzudringen. Sie erneuerten die chinesische Kartographie, reformierten den Kalender, erweiterten die Kenntnisse ihrer Gastgeber - und gewannen dadurch auch das Interesse für ihre Religion.

Im Gegenzug schickten sie Reiseberichte, Briefe und Atlanten nach Europa, wo ein regelrechter China-Boom ausgelöst wurde. Bestaunte man im Fernen Osten Uhren aus schweizerischen Werkstätten, tranken europäische Adlige chinesischen Tee, kleideten sich in chinesische Seide, legten chinesische Gärten an und bewunderten chinesisches Porzellan, das holländische Händler in ganzen Schiffsladungen nach Europa brachten. Es eröffneten sich Handelsbeziehungen, die bis heute Bestand haben. Im 21. Jahrhundert gehört China zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Europas. Die Wurzeln zu dieser Verbindung haben Geistliche im 16. Jahrhundert gelegt.


Fonte:

ZENIT

9 giugno 2010